Ria Formosa

Reisetipps für die Ria Formosa: die einmalige Lagunenlandschaft der Ostalgarve mit einer vorgelagerten Inselkette zwischen Tavira und Faro

Diese einzigartige Lagunenlandschaft erstreckt sich an der Ostalgarve von dem malerischen Örtchen Cacela Velha bei Tavira bis zum Internationalen Flughafen von Faro, abgeschirmt vom Atlantik durch eine Kette vorgelagerter Inseln und Halbinseln.


Landschaft

Die Ria Formosa zwischen Cacela Velha und Faro

Von Cacela Velha östlich von Tavira bis zum kleinen Ort Ludo beim Flughafen Faro erstreckt sich das Naturschutzgebiet Ria Formosa. Vorgelagerte Sanddünen bilden langgestreckte Inseln mit typischer Vegetation, unterbrochen von Passagen zum offenen Meer.

 Entstanden ist diese Lagunenlandschaft durch das letzte große Seebeben im Jahre 1755. Wind, Wellengang und Gezeitenstrom verändern bis heute beständig Breite, Tiefe und Lage der Barren und Inseln, bei starker Brandung oft innerhalb weniger Tage. Von dieser regelmäßigen Umformung zeugen  zahlreiche archäologische Funde entlang der heutigen Küstenlinie, etwa die Überreste von Thunfisch Verarbeitungsanlagen und Besiedlungen aus römischer und vorrömischer Zeit.

Beeindruckend ist der Wechsel des Landschaftbildes, von der geschlossenen Wasserfläche bei Springhochwasser bis zum absoluten Tiefstand sechs Stunden später.


Inselkette

Die Kette der Inseln und Halbinseln der Ria Formosa

Das einmalige Lagunensystem wird durch eine Kette von der Küste vorgelagerten Halbinseln und Inseln vor den Wellen des Atlantik geschützt. Die Strände liegen auf der Seeseite der Inseln. Die Kette der Halbinseln und Inseln von Osten nach Westen:

  • Peninsula de Cacela vor dem malerischen Örtchen Cacela Velha
  • Ilha das Cabanas, vom Ferienort Cabanas de Tavira verkehrt eine Fähre
  • Ilha de Tavira, von Tavira und Santa Luzia aus mit der Fähre zu erreichen, und von der Feriensiedlung Pedras d’El Rei über eine Pontonbrücke
  • Ilha da Armona, von Fuzeta und Olhão aus mit der Fähre zu erreichen
  • Ilha da Culatra, von Olhão aus ganzjährig und von Faro aus im Sommer mit der Fähre zu erreichen
  • Ilha da Barreta (Ilha Deserta), eine unbewohnte Insel , zu der nur  im Sommer eine Fähre von Faro aus verkehrt
  • Ilha de Faro (Peninsula de Anção), über eine einspurige Autobrücke  nahe des Flughafens Faro sowie über eine Holzbrücke für Fußgänger bei Quinta do Lago ans Festland angebunden.


Ortschaften

Die Ortschaften an der Ria Formosa

Die bekannteste und schönste Stadt an der Ostalgarve ist Tavira, malerisch an der Mündung des Rio Sequa, der hier Rio Gilão heißt, gelegen. An der Küste der Lagune östlich von Tavira liegt der Urlaubsort Cabanas de Tavira.  Das für seine köstlichen Gerichte von in der Lagune gefangenen  Kraken (polvo) bekannte Örtchen Santa Luzia und die Feriensiedlung Pedras d’el Rei liegen weiter westlich.

Die Kreisstadt Olhão zwischen Tavira und Faro blickt zurück auf eine lange Tradition des Tunfischfangs und der Herstellung von Fischkonserven. Erst in den letzten Jahren gibt es hier und im benachbarten Örtchen Fuzeta ein nennenswertes touristisches Angebot. Der Fischmarkt von Olhão gilt als einer der besten in der Region.

Faro, die Hauptstadt der Algarve, liegt am westlichen Ende der Ria Formosa. Beim Anflug auf den Flughafen Faro bekommt man einen ersten Eindruck von dieser eindrucksvollen Lagunenlandschaft. Die historische Altstadt von Faro ist eines der architektonischen Schmuckstücke der Algarve.

Etwas weiter landeinwärts liegen die Ortschaften Estoi und Moncarapacho mit einem noch weitgehend ursprünglichen  und gut erhaltenen Ortskern, in deren Umgebung es eine Reihe kleinerer Hotels und Ferienanlagen gibt.


Sport & Freizeit

Das Sport- und Freizeitangebot an der Ria Formosa

Die meisten Strände in dieser Region liegen auf der Meerseite der vorgelagerten Inseln, deshalb sind Urlauber fast überall auf die Fähre angewiesen. Dafür entschädigen endlose, oft nahezu menschenleere Sandstrände für die Anfahrt.

Wassersportmöglichkeiten gibt es in den Häfen von Faro, Olhão und Tavira und auf der Ilha de Faro. Eine Bootsfahrt durch die Ria Formosa unter kundiger Führung, sei es zum Beobachten der scheuen Chamäleons oder der Wasservögel in den Morgenstunden, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Faro hat mit dem Moto Clube de Faro eine sehr lebendige Biker Szene. Einmal im Jahr veranstaltet er ein internationales Biker Treffen, zu dem Tausende aus ganz Europa kommen. Ein kultureller Höhepunkt ist das jährliche internationale Folklore Festival mit Musik- und Tanzgruppen aus aller Welt.


Ökosystem

Das einmalige Ökosystem der Ria Formosa

Klima und Ausdehnung, geringe Schadstoffbelastung und ständiger Austausch des Wassers durch die Gezeiten machen die Ria Formosa zu einem in dieser Form einzigartigen Lebensraum von unschätzbarem ökologischem Wert. Seit Mitte der 80er Jahre ist die Ria Formosa Naturschutzgebiet, in dem sich nach Meinung von Meeresbiologen bis zu 80 Prozent der Fische des Nordatlantiks reproduzieren. Schutzbereiche schonen die Vegetation und die Brutstätten von Seevögeln. Eine wirtschaftliche Nutzung ist nur in eigens ausgewiesenen Flächen, zum Beispiel für Muschelgärten, erlaubt. Neben Kleinfischerei, Muschel- und Fischzucht wird in der Ria vor Tavira, bei Fuzeta und zwischen Olhão und Faro traditionell Meersalzgewinnung betrieben.

Ein Streifzug bei Niedrigwasser führt über Queller- und Salzgrasflächen, von denen Winkerkrabben „grüßen”, über trockengefallene Sandbänke, in deren Tiefe sich Muscheln und Schnecken zurückgezogen haben, und durch Priele und Senken mit stehendem Wasser, wo es von Grundeln und Garnelen, Steinkrebsen und Strandkrabben wimmelt. Im Winter lassen sich von den Deichen der Salinen Stelzvögel, Störche, Kormorane, Kraniche, Reiher, Flamingos, Löffler und viele andere Wasservögel beobachten, die hier ihr Winterquartier aufsuchen.


Hinterland

Im Hinterland der Ria Formosa: São Brás und die Serra do Calderão

Im Hinterland liegt die kleine Kreisstadt São Brás de Alportel an der Grenze zur Hügelkette der Serra do Caldeirão. São Brás war lange Zeit Sommerresidenz des Bischofs der Algarve und brachte es im 19. Jahrhundert als Zentrum der Korkproduktion zu Wohlstand.

In und um São Brás haben sich viele Handwerksbetriebe angesiedelt. Wegen seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse und des beträchtlichen Preisgefälles im Vergleich zur Küstenregion ist der Ort ein beliebtes Einkaufsziel. Der Nachbarort Sta. Catarina da Fonte do Bispo ist weithin bekannt für seine Ziegel und Fliesen aus einheimischem Ton.

Die Hügelkette Serra do Caldeirão mit einer Höhe von knapp 600m hat große Bedeutung für das Klima der Algarve. Sie ist ein beliebtes Revier für Wanderungen und Mountainbiking.


Reisetipps

Empfehlungen für einen Urlaub an der Ria Formosa

Auf den Inseln gibt es lediglich einige Campingplätze und privat vermietete einfachere Häuschen. Die Ferienanlagen und Hotels liegen  auf dem Festland, und die schönen Sandstrände meist auf der Meerseite  der vorgelagerten Inseln.  Urlauber sind auf die im Sommer regelmäßig verkehrender Fähren angewiesen, um an den Strand zu gelangen. Im Sommer sind die Fähren besonders an den Wochenenden stark frequentiert, deshalb kann es zu Wartezeiten in den Morgen- und Abendstunden kommen.


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